Der Kreis Gerdauen im Überblick

Der Kreis Gerdauen war mit 844,41 km² Fläche und 35.013 Einwohnern (1939) einer der kleinsten ostpreußischen Landkreise. Zu ihm gehörten 69 Landgemeinden und 297 Wohnplätze sowie die Städte Gerdauen und Nordenburg. Größte Landgemeinde im Kreisgebiet war Klein Gnie mit 1.015 Einwohnern (1939).

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche des Kreises betrug vor der Vertreibung 651,63 km². Es wurden besonders Getreide, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte, Klee und Luzerne angebaut sowie Fischerei betrieben.

Im Januar 1945 wurde der Kreis Gerdauen, wie ganz Ostpreußen, von russischen Truppen besetzt. Die deutsche Bevölkerung flüchtete oder wurde vertrieben. 1948 wurden die letzten Deutschen aus dem nunmehr unter russischer Verwaltung stehenden Nordteil des Kreises ausgewiesen. Der Kreis Gerdauen wurde 1945 durch die innerostpreußische Demarkationslinie in zwei Teile getrennt.

Das nördliche Kreisgebiet mit dem Gerdauener Teil des Kirchspiels Karpowen (Karpauen), den Kirchspielen Klein Gnie und Muldszen (Mulden), den größten Teilen der Kirchspiele Friedenberg, Groß Schönau, Gerdauen (mit der Stadt Gerdauen) und Nordenburg (mit der Stadt Nordenburg) sowie der nördlichen Hälfte des Kirchspiels Assaunen gehört heute verwaltungsmäßig zum Königsberger Gebiet (Kaliningradskaja oblast) der Russischen Föderation und ist größtenteils dem Rayon (d.h. Bezirk) Friedland i. Ostpr. (russ.: Prawdinsk) zugeordnet.

Das südliche Kreisgebiet mit den Kirchspielen Laggarben, Löwenstein und Molthainen, dem größten Teil des Kirchspiels Momehnen, der südlichen Hälfte des Kirchspiels Assaunen und kleinerer Teile anderer Kirchspiele gehört heute verwaltungsmäßig zur polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren.

1953 übernahm der Kreis Rendsburg (heute Kreis Rendsburg-Eckernförde) in Schleswig-Holstein die Patenschaft über den Kreis Gerdauen.

Bedeutende Persönlichkeiten aus dem Kreis Gerdauen

(nach "Kreis Gerdauen - unvergessen", 1994, S. 16 f., A. Ambrassat: "Die Provinz Ostpreußen", 1912 und G. Hermanowski: Ostpreußenlexikon, 1996)

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