Das Kirchspiel Assaunen

Inhalt

Übersicht über das Kirchspiel

Die Gemeinden des Kirchspiels

Kontaktadressen der zuständigen Kirchspielvertreter


Übersicht über das Kirchspiel

Lage: Das Kirchspiel erstreckt sich östlich und südöstlich der Kreisstadt Gerdauen und wird in der Hauptrichtung von Ost nach West von der fischreichen Omet durchflossen. Sie ist ein ruhiges Nebenflüsschen der Alle, die allerdings zur Zeit der Schneeschmelze zu einem breiten und reißenden Fluss werden kann. Seit 1945 steht der nördliche Teil des Kirchspiels unter russischer, der südliche Teil mit dem Dorf Assaunen (poln. Asuny) unter polnischer Verwaltung.

Verkehr: Durch den nördlichen Teil des Kirchspiels zog sich die von Königsberg (Pr.) kommende, über Gerdauen und Nordenburg nach Angerburg führende eingleisige Eisenbahnstrecke. Fast parallel zu ihr verlief auch die asphaltierte Reichsstraße 131 von Königsberg (Pr.) nach Angerburg. Wandlacken und Pröck waren Bahnstationen innerhalb des Kirchspiels Assaunen.

Wirtschaft: Das Kirchspiel Assaunen war ein ausschließlich landwirtschaftliches Gebiet mit Ackerbau und Milchwirtschaft treibenden Bauernhöfen. Die Molkerei in Pröck und die Spirituosenbrennerei in Wandlacken waren die einzigen der landwirtschaftlichen Struktur angepassten Industriebetriebe.

Kirche: Die Kirche zu Assaunen wird zweimalig in einer Urkunde von 1406 erwähnt. Sie ist mit roten Backsteinen und mittelgroßen Feldsteinen erbaut worden. Der Kirchturm ist in Stein-Holzbauweise errichtet worden. Zum Pfarrhof mit seinen 270 Morgen Land, das an die ortsansässigen Bauern verpachtet war, gehörte ein sogenanntes Insthaus mit Wohnungen für zwei Familien, so dass das ganze Anwesen einem mittleren ländlichen Gutsbetrieb ähnelte. Letzter Pfarrer im Kirchspiel Assaunen war Emil Stascheit (1936-1945). Das 1571 gebildete Kirchspiel Assaunen war mit zirka 2.800 Seelen eine sogenannte Patronats-Kirchengemeinde der Grafen von Klinkowström, deren Sitz bis 1945 das Schloss im Vorwerk Heiligenstein war.

Assaunen wird zum ersten Mal 1352 genannt. Der Name "Assaunen" oder "Assuweik" wird auf den altpreußischen Eigennamen "Assun" zurückgeführt und bedeutet nach einer anderen Lesart "Hengst". In den Jahren 1387-1392 umfasste das Dorf Assaunen 80 Hufen und war damals bereits eines der größten Bauerndörfer, wie sie in etwa gleicher Größe im viel späteren Kreis Gerdauen gegründet wurden. Die Bauern des Dorfes erhielten die Fischrechte in der Omet für ihren Hausgebrauch, "... aber nicht zum Verkauf". Vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche (1406) war offensichtlich schon ein Dorfkrug vorhanden. Bald darauf wurde auch die Wassermühle Assaunen gebaut, die jedoch viel später, etwa um 1800, den Namen "Louisenwerth" erhielt.

[Quelle: Text von Martin Stascheit im Bildband, S. 227]

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Die Gemeinden des Kirchspiels

Gemeinde Assaunen

Einwohner: 493 (17.05.1939)

Ortsteile: Ernsthof; Heiligenstein; Henriettenfeld, Vw.; Louisenwerth

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Gemeinde Klonofken (Dreimühl)

Einwohner: 290 (17.05.1939)

Ortsteile: Agonken (Altsiedel); Damerau

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Gemeinde Löcknick

Einwohner: 331 (17.05.1939)

Ortsteile: Kalken; Karlsfelde; Mintwiese; Plienkeim, Whs.

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Gemeinde Popowken (Neusobrost)

Einwohner: 534 (17.05.1939)

Ortsteile: Charlottenburg; Klein Sobrost; Waldeck

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Gemeinde Schiffus

Einwohner: 247 (17.05.1939)

Ortsteile: -

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Gemeinde Sobrost

Einwohner: 296 (17.05.1939)

Ortsteile: Groß Sobrost; Pröck

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Gemeinde Wandlacken

Einwohner: 562 (17.05.1939)

Ortsteile: Bawien, Fh.; Bawien, Waldarbeitergehöft; Klinthenen, Fh.; Linde; Rehfließ, Fh.; Wandlacken, Bhf.; Wickerau

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Kontaktadressen der zuständigen Kirchspielvertreter

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